Muskel-Skelett-Erkrankungen

Arbeitsbedingte Muskel- und Skelett-Erkrankungen (MSE) sind in Europa trotz vielfältigster Präventionsbemühungen weit verbreitet und gehören zu den häufigsten arbeitsbedingten Erkrankungen in Europa.

In der Europäischen Erhebung über die Arbeitsbedingungen aus dem Jahr 2015 gaben rund drei von fünf Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen an, unter Muskel- und Skelett-Erkrankungen zu leiden. Schmerzen im Rücken und in den oberen Gliedmaßen wurden am häufigsten genannt.

In der ESENER-Erhebung 2019 der EU-OSHA standen drei der vier häufigsten ermittelten Risikofaktoren mit Muskel- und Skelett-Erkrankungen in Zusammenhang:

  • sich wiederholende Hand- oder Armbewegungen,
  • langes Sitzen und
  • Heben oder Bewegen von Menschen oder schweren Lasten.

Muskel- und Skelett-Erkrankungen sind nicht nur für jeden einzelnen Betroffenen belastend und verursachen menschliches Leid. Sie stellen auch Betriebe, Volkswirtschaft und Gesellschaft vor eine große Herausforderung, da sie zu den häufigsten Ursachen von Behinderungen, Krankschreibungen sowie Frühpension bzw. Invaliditätspension zählen.

Von arbeitsbedingten Muskel- und Skelett-Erkrankungen spricht man, wenn gesundheitliche Probleme der Muskeln, Sehnen, Bänder, Knorpel, Gefäße, Nerven bzw. anderer Weichteile oder Gelenke des Bewegungsapparates hauptsächlich durch die Arbeit selbst verursacht oder verschlimmert werden. Arbeitsbedingte Muskel- und Skelett-Erkrankungen sind meist kumulative Störungen infolge chronischer Arbeitsbelastungen.

Arbeitsinspektion geht auf ganzheitlichem Präventionsansatz ein. Es gibt einen Überblick über physische, organisatorische, psychosoziale und individuelle Belastungen und Risikofaktoren von MSE und zeigt beispielhaft Maßnahmen (organisatorische, administrative, technische etc.) auf, durch die eine Reduktion von MSE erreicht werden kann. Zudem enthält es Tipps für betriebliche Umsetzungsstrategien.

Durch wichtige Aspekte der Prävention arbeitsbedingter Muskel- und Skelett-Erkrankungen führt auf einfache Weise dieses kurze Video der EU-OSHA Kampagne. Es zeigt, wie effizient einfache Präventivmaßnahmen bei der Bekämpfung der schmerzhaften Erkrankungen sind.

Eine Verbesserung ergonomischer Arbeitsbedingungen, in dem der ganze Arbeitsplatz betrachtet und mehrere ineinandergreifende Maßnahmen gesetzt werden, zeigen beispielhaft die folgenden betrieblichen Good Practices aus Österreich:

Aktuelle Schwerpunkte zum Thema Muskel-und Skelett-Erkrankungen

EU-OSHA führt von Oktober 2020 bis Oktober 2022 eine Kampagne zum Thema Muskel- und Skelett-Erkrankungen (MSE) mit dem Titel „Gesunde Arbeitsplätze – entlasten Dich!“ durch. Die Arbeitsinspektion unterstützt diese Kampagne mit der Beratungsoffensive Muskel-Skelett-Erkrankungen sowie dem Präventionsschwerpunkt Muskel- und Skeletterkrankungen Jugendliche und junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.  

Weiterführende Informationen

Informationen zur ergonomischen Gestaltung von Arbeitsplätzen finden Sie unter menschengerechte Gestaltung von Arbeitsplätzen
EU-OSHA Muskel- und Skeletterkrankungen
Zahlen, Fakten, Tools und Informationsmaterialien zu Muskel- und Skeletterkrankungen

Prävention von Muskel- und Skeletterkrankungen in einer vielfältigen Erwerbsbevölkerung: Risikofaktoren für Frauen, Migrantinnen und Migranten sowie LGBTI-Personen
Dieser Bericht (dzt. nur in Englisch verfügbar) untersucht die Prävalenz von Muskel- und Skeletterkrankungen (MSE) und die damit verbundenen physischen, psychosozialen, individuellen und organisatorischen Risikofaktoren in drei spezifischen Arbeitnehmergruppen: Frauen, Migrantinnen und Migranten sowie LGBTI-Personen. Es wird erörtert, warum diese Personengruppen öfter Risikofaktoren für MSE ausgesetzt sind und eine höhere Prävalenz gesundheitlicher Probleme, einschließlich MSE, als andere Arbeitskräfte aufweisen.

Mögliche Einstiege für Gespräche über Muskel- und Skeletterkrankungen am Arbeitsplatz
Die in diesem Bericht beschriebenen Szenarien wurden für Beschäftigte entwickelt, die Aufgaben ausführen, die Muskel- und Skeletterkrankungen verursachen können, sowie für deren Manager und Vorgesetzte.

Letzte Änderung am: 29.10.2021