Atemschutz und PSA im Gesundheitsbereich

Arbeiten in Bereichen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko im Gesundheitsbereich und in der Pflege

Auf Grund der Einstufung von SARS-CoV-2 in die Risikogruppe 3, gelten die Schutzmaßnahmen nach der Verordnung biologische Arbeitsstoffe (VbA) für diese Risikogruppe.

Wegen seiner großen molekularbiologischen Ähnlichkeit mit SARS-CoV-1 und MERS-CoV und den bisherigen Daten zu Epidemiologie und Klinik der Infektion, den derzeit fehlenden Möglichkeiten zu Impfprävention und Therapie sowie der großen Verbreitungsmöglichkeit in der Bevölkerung wurde SARS-CoV-2 aus Präventionsgründen ebenfalls der Risikogruppe 3 zugeordnet.  

  • Bei Verdacht oder einer bestätigten COVID-19 Erkrankung muss die betreuende/untersuchende Person, je nach Tätigkeit, FFP 2 oder FFP3 Atemschutzmaske, Haube, Handschuhe, Schutzkleidung und Schutzbrille tragen.
  • Stehen in diesen Fällen FFP2 oder FFP3 Atemschutzmasken nachweislich nicht mehr zur Verfügung, dann muss auf den in weiterer Folge geeignetsten Schutz zurückgegriffen werden, das sind FFP1-Masken oder in weiterer Folge Mund-Nasen-Schutz (OP-Maske) Typ II + Typ IIR.
  • Der Kontakt mit erkrankten oder krankheitsverdächtigen Personen im Patientenzimmer oder Untersuchungsraum (ohne Aerosol produzierende Tätigkeit) mit Mund-Nasen-Schutz (MNS)- oder FFP1 Maske ist im Regelbetrieb nur dann zulässig, wenn die Patientin/der Patient auch einen Mund-Nasen-Schutz (Typ I) trägt. Ist das nicht der Fall, so müsste das Personal mindestens eine FFP2 Maske tragen.
  • Wenn der Patient oder die Patientin klinisch gesund ist, das heißt es besteht kein respiratorischer Infekt und kein Fieber, und eine Coronavirus-Infektion des Patienten oder der Patientin nicht anzunehmen ist, dann ist das Arbeiten ohne Persönliche Schutzausrüstung zulässig. Eine Coronavirus-Infektion ist nicht anzunehmen bei Personen, bei denen der Kontakt mit Infizierten ausgeschlossen werden kann und die schon länger als zwei Wochen in einer von Besuchern und Besucherinnen abgeriegelten Einrichtung versorgt werden (Krankenhäuser, Pflegeheime etc.).
    Zum Schutz der betreuten Personen wird aber empfohlen, einen Mund-Nasen-Schutz (MNS) zu tragen.
  • In allen anderen Fällen ist das Tragen eines MNS für das Betreuungspersonal und die betreuten Personen zweckmäßig (sofern nachweislich keine FPP2 oder FPP3 Atemschutzmasken zur Verfügung stehen).
  • Immer wenn MNS getragen wird, kann ein Gesichtsschutz erforderlichenfalls einen zusätzlichen Schutz gegen das Auftreffen von groben Tröpfchen bilden
Das Tragen von Filtrierenden Atemschutzmasken (FFP2 und FFP3) führt zu einer erhöhten körperlichen Beanspruchung. Eine wirksame Maßnahme sind Erholungen in der Form von Unterbrechungen des Tragens der Atemschutzmasken. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung empfiehlt (DGUV Regel 112-190, Anhang A2) für filtrierende Halbmasken ohne Ausatemventil eine Beschränkung der ununterbrochenen Tragedauer auf 75 min mit einer darauf folgenden Erholungsdauer von 30 Minuten, bei filtrierenden Halbmasken mit Ausatemventil liegen die entsprechenden Werte bei 120 Minuten Tragedauer und einer Erholungsdauer von ebenfalls 30 Minuten.

Zusammenfassende Information des NÖ Zivilschutzverbandes zu Schutzmasken

Zum sicheren An- und Ablegen von Atemschutzmasken und Schutzbrillen bietet das Robert-Koch-Institut Informationen an. 

Wiederaufbereitung von Atemschutzmasken für Krankenhäuser und den Gesundheitsbereich

Wiederaufbereitete Atemschutzmasken dürfen nur medizinischen Fachkräften und nur für die Dauer der derzeitigen Gesundheitsbedrohung durch SARS-CoV-2 zur Verfügung gestellt werden. Wiederaufbereitungsverfahren müssen hinsichtlich hygienischer Anforderungen dem Stand der Technik entsprechen und die mindestens erforderliche Schutzwirkung (Gesamtleckage) gewährleisten.

Handschuhe

Im klinischen Bereich sind Schutzhandschuhe erforderlich. Lange Tragezeiten von Handschuhen führen zu einer hohen Belastung der Haut durch Feuchtigkeit, aber auch die oftmalige Reinigung und Desinfizierung der Hände führt zu einer hohen Belastung der Haut. Hier sind geeignete Hautmittel zur Verfügung zu stellen. Unter Einbeziehung der Präventivfachkräfte (Arbeitsmedizin) ist abzuklären welche Hautmittel (für Hautschutz, Hautreinigung und Hautpflege) geeignet sind und nach welchem Hautschutzplan die Anwendung erfolgen soll.

Zum sicheren Ablegen von Schutzhandschuhen bietet das Robert-Koch-Institut Informationen an.

Schutzkleidung

Geeignet sind langärmelige, mindestens flüssigkeitsabweisende Kittel mit Rückenschluss und Abschlussbündchen an den Armen, die entweder desinfizierbar sind oder als Einmalkittel entsorgt werden.

Arbeiten durch Fremdfirmen an kritischer Infrastruktur (z.B. IT-Anlagen, Energieversorgung) in Bereichen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko, insbes. Krankenhäusern

Grundsätzlich sollte das Betreten von Bereichen mit erhöhtem Risiko nach Möglichkeit vermieden werden. Bereiche, in denen Erkrankte sich aufhalten und ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht, sind eine Angelegenheit der Koordination zwischen den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern gemäß § 8 ASchG. Hier gilt es im Detail abzuklären, welche Bereiche betreten werden müssen und welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind.


Letzte Änderung am: 08.07.2020