Persönliche Schutzmaßnahmen - Allgemein

Auf Basis des COVID-19 Maßnahmengesetzes wurde die gesundheitsrechtliche COVID-19-Lockerungsverordnung – COVID-19-LV kundgemacht. Sie enthält in § 3 eine allgemeine Regelung zu Orten der beruflichen Tätigkeit. Bei den Regelungen zur Minimierung der Infektionsgefahr mit COVID-19 – auch bei der beruflichen Tätigkeit – handelt es sich um allgemeine Gesundheitsschutzregelungen.

Hinweis:  Welcher Atemschutz und weitere PSA im Gesundheitsbereich erforderlich sind, finden Sie auf der Themenseite Atemschutz und PSA im Gesundheitsbereich.

Ort der beruflichen Tätigkeit - Maßnahmen

  • Mindestabstand von 1 Meter zwischen Personen, sofern nicht durch geeignete Schutzmaßnahmen das Infektionsrisiko minimiert werden kann.
  • Tragen von einer den Mund- und Nasenbereich abdeckenden mechanischen Schutzvorrichtung nur im Einvernehmen zwischen AG und AN zulässig (wenn nicht ohnehin auf Grund anderer Rechtsvorschriften verpflichtend, z.B. hygienerechtliche Vorschriften).
  • Wenn kein Mindestabstand von 1 Meter auf Grund der Eigenart der beruflichen Tätigkeit möglich: Sonstige geeignete Schutzmaßnahmen, die ein Infektionsrisiko minimieren.
  • Gilt auch für Fahrzeuge des Arbeitgebers, der Arbeitgeberin, wenn diese während der Arbeitszeit zu beruflichen Zwecken verwendet werden (d.h. entweder 1 m Mindestabstand im Fahrzeug, oder MNS/Gesichtsvisier für alle im Fahrzeug.

Kundenbereiche (§ 2 COVID-19-Lockerungsverordnung)

Beim Betreten von Kundenbereichen ist gegenüber Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, ein Abstand von mindestens einem Meter einzuhalten.

Beim Betreten des Kundenbereichs in geschlossenen Räumen

  1. von öffentlichen Apotheken,
  2. von Betriebsstätten des Lebensmitteleinzelhandels (einschließlich Verkaufsstätten von Lebensmittelproduzenten sowie Tankstellen mit angeschlossenen Verkaufsstellen von Lebensmitteln),
  3. von Banken, und
  4. der Post einschließlich Postpartnern und
  5. durch Besucher von Pflegeheimen, Krankenanstalten und Kuranstalten sowie von Orten, an denen Gesundheits- und Pflegedienstleistungen erbracht werden,

ist zusätzlich eine den Mund- und Nasenbereich abdeckende mechanische Schutzvorrichtung zu tragen. Die Betreiber sowie deren Mitarbeiter haben bei Kundenkontakt ebenfalls eine den Mund- und Nasenbereich abdeckende mechanische Schutzvorrichtung (z.B. MNS, Gesichtsschild) zu tragen, sofern zwischen den Personen keine sonstige geeignete Schutzvorrichtung zur räumlichen Trennung vorhanden ist, die das gleiche Schutzniveau gewährleistet (z.B. Plexiglasscheiben).

Siehe dazu auch die FAQ auf der Web-Site des Gesundheitsministeriums: Mechanische Schutzvorrichtung (MNS) 

Seitens des Gesundheitsministeriums wurden folgende Auslegungen bestätigt: 

Plexiglasscheiben

Bei den z.B. an Kassen angebrachten Plexiglasscheiben handelt es sich um eine sonstige geeignete Schutzvorrichtung zur räumlichen Trennung im Sinn der COVID-19-LV.  Aus technischer Sicht ist dies deswegen gerechtfertigt, weil eine Plexiglaswand, die ausreichend hoch und breit ist, um das Auftreffen von Tröpfchen zu verhindern, in der Schutzwirkung einem Gesichtsschutz (Visier) vergleichbar ist. Die erforderliche Größe der Plexiglaswand hängt vom Abstand der Person ab, vor deren Tröpfchen geschützt werden soll.

Schutzmaßnahme „Mund und Nasenschutz – MNS“

Mund und Nasenschutz Maske

Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz wird im Betrieb festgelegt und ist damit Vereinbarungssache zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite, wo dies nicht ohnehin auf Grund anderer Rechtsvorschriften verpflichtend erforderlich ist.
Immer dann, wenn unklar ist, ob die grundlegende Schutzmaßnahme „1-m-Abstand“ durchgängig eingehalten werden kann, ist eine mögliche Schutzmaßnahme, dass alle Personen Mund-Nasen-Schutz tragen.
Diese reduziert das Verbreiten von Viren. Durch das Tragen der Maske ist das Gegenüber geschützt.

Schutzmaßnahme Gesichtsschutz

Piktogramm Gesichts-PSA

Ein Gesichtsschutz ist eine weitere Möglichkeit sich vor dem Auftreffen von Tröpfchen zu schützen.

Der Gesichtsschutz ist stabiler und verrutscht in der Regel weniger.

Ein ständiges ins Gesicht Greifen zum Geraderichten – wie beim Mund-Nasen-Schutz – ist hier weniger oft der Fall und wird daher vor allem in Bereichen mit körperlichen Einsatz als praktikable Alternative verwendet.


Handschuhe

  • Es gilt die Grundregel: Handhygiene und die Vermeidung, sich ins Gesicht zu fassen, sind unumgänglich.
  • Handschuhe können natürlich einen Schutz bieten. Für den Umgang muss es aber klare Regeln geben. Viele Kontaminationen entstehen beim Ablegen von Schutzhandschuhen, weil dies nicht richtig erfolgt.
  • Lange Tragezeiten von Handschuhen führen zu einer hohen Belastung der Haut durch Feuchtigkeit, aber auch die oftmalige Reinigung und Desinfizierung der Hände führt zu einer hohen Belastung der Haut. Hier sind geeignete Hautmittel zur Verfügung zu stellen. Unter Einbeziehung der Präventivfachkräfte (Arbeitsmedizin) ist abzuklären welche Hautmittel (für Hautschutz, Hautreinigung und Hautpflege) geeignet sind und nach welchem Hautschutzplan die Anwendung erfolgen soll.

Letzte Änderung am: 24.07.2020